Zum Inhalt

Symptome der Pest

Die Pest beginnt wie eine plötzliche, schwere Grippe. Wie es weitergeht, hängt davon ab, wo sich die Bakterien festsetzen: in den Lymphknoten, in der Lunge oder im Blut.

Stand:

Erste Anzeichen

Alle Formen beginnen plötzlich, meist ein bis sieben Tage nach der Ansteckung, mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und starker Schwäche, oft auch mit Übelkeit und Erbrechen. Das ECDC beschreibt grippeähnliche Symptome, die „rasch fortschreiten" und zu einer schweren Erkrankung werden. Diese frühen Anzeichen sind unspezifisch: Auf Pest deutet erst ein kurz zurückliegender möglicher Kontakt hin.

Symptome nach Form

Lungenpest

Infektion der Lunge. Die einzige Form, die von Mensch zu Mensch übertragen wird, per Tröpfcheninfektion.

  • Plötzliches hohes Fieber, Kopfschmerzen, Schwäche
  • Rasch fortschreitende Lungenentzündung: Atemnot, Brustschmerzen
  • Husten, teils mit blutigem oder wässrigem Auswurf

Inkubationszeit: Ab 24 Stunden (WHO); meist 1 bis 3 Tage (CDC). Unbehandelt: Immer tödlich; kann innerhalb von 18 bis 24 Stunden zum Tod führen.

Beulenpest

Die häufigste Form, meist nach einem Flohstich. Die Bakterien vermehren sich im nächstgelegenen Lymphknoten, der zu einer schmerzhaften Beule (Bubo) anschwillt.

  • Plötzliches Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwäche
  • Ein oder mehrere geschwollene, druckempfindliche Lymphknoten (Leiste, Achsel, Hals)

Inkubationszeit: 1 bis 7 Tage (WHO); 2 bis 8 Tage (CDC). Unbehandelt: In 30 bis 60 Prozent der Fälle tödlich.

Pestsepsis

Die Bakterien vermehren sich im Blut, entweder als erstes Zeichen oder nach unbehandelter Beulenpest.

  • Fieber, Schüttelfrost, extreme Schwäche, Bauchschmerzen, Schock
  • Blutungen unter der Haut; schwarz verfärbte Finger, Zehen oder Nase

Inkubationszeit: Tage; folgt oft auf die Beulenpest. Unbehandelt: Ohne Behandlung immer tödlich (WHO).

Pestsepsis

Bei der Pestsepsis vermehren sich die Bakterien im Blut, entweder als erstes Zeichen der Infektion oder nach einer unbehandelten Beulenpest. Erkrankte haben Fieber, Schüttelfrost, extreme Schwäche, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall und können einen Schock erleiden. Typisch sind Blutungen unter der Haut, eine bläuliche Verfärbung und absterbendes Gewebe an Fingern, Zehen oder Nase, das sich schwarz verfärben kann. Die WHO beschreibt sie als unbehandelt immer tödlich.

Seltenere Formen sind die Pestmeningitis, meist eine Komplikation einer späten oder unzureichenden Behandlung, und die Rachenpest, eine Halsinfektion nach dem Verzehr von nicht durchgegartem, infiziertem Fleisch.

Inkubationszeiten

  • Lungenpest: ab 24 Stunden (WHO); 1 bis 3 Tage (CDC, ECDC).
  • Beulenpest: 1 bis 7 Tage (WHO); 2 bis 8 Tage (CDC); 2 bis 6 Tage (ECDC).
  • Pestsepsis: unscharf, vermutlich wenige Tage (CDC); 2 bis 6 Tage, wenn primär (ECDC).

Wann man den Notruf wählt

Sofort den Notruf wählen (in Deutschland und der EU 112) und den Grund nennen, wenn nach einem möglichen Kontakt plötzlich Fieber und eines der folgenden Zeichen auftreten. Als Kontakt zählen eine Person mit Pest, ein krankes oder totes Tier in einem Pestgebiet, Flohstiche dort oder ein Laborunfall.

  • ein schmerzhaft geschwollener Lymphknoten
  • Husten, Brustschmerzen oder Atemnot, vor allem mit blutigem Auswurf
  • Schockzeichen: Verwirrtheit, kalte feuchte Haut, sehr schneller Puls

Ärztinnen und Ärzte sollen Antibiotika geben, sobald der Verdacht auf Pest besteht, ohne auf Testergebnisse zu warten.

Wie die Pest festgestellt wird

Bestätigen kann sie nur das Labor: Y. pestis wird in Eiter aus einer Beule, im Blut oder im Auswurf per Kultur oder PCR nachgewiesen. In Afrika und Südamerika ist ein Schnelltest auf das F1-Antigen verbreitet, positive Ergebnisse müssen laut WHO aber per Kultur oder PCR bestätigt werden. Unter dem Mikroskop zeigen die Bakterien eine typische „Sicherheitsnadel"-Färbung, die Form in unserem Logo.

Allgemeine Information, keine ärztliche Beratung. Bei Symptomen nach möglichem Kontakt sofort die 112 anrufen.

LungenpestLunge, von Mensch zu MenschPest in IrkutskWas am Verdachtsfall bestätigt istBeulenpest (EN)Lymphknoten, Flohstiche